Dies ist mein ganz privates Leben. Mit Höhen und Tiefen, Liebe, Schmerz, Glück und Geduld.
Kew Gardens April 2010
Man geht so durchs Leben und entdeckt einen - etwas verwilderten aber wunderschönen - herrenlosen Garten in dem man ein Apfelbäumchen wachsen sieht. Das arme Ding ist ganz von Unkraut umgeben.
Manchmal gibt es in solchen Gärten auch Brennesseln.All das fern zu halten ist oft schmerzhaft.
Man hegt und pflegt also den Garten. Es wird gegossen und gedüngt, in Form gebracht und man geniesst es auch es wachsen zu sehen.
Das Bäumchen wächst und man stellt fest, dass der Apfelbaum eben ein Birnenbaum ist, obwohl der Baum darauf beharrt zu sagen, dass er doch wohl Äpfel tragen will.
Man wartet also ab, was der Baum mal für Früchte trägt und sieht irgendwann dort die Birnen hängen.
Soll man deswegen den Garten verlassen?
So viel Arbeit und schöne Stunde die man darin verbracht hat, einfach beiseite legen und weiter gehen?
Schweren Herzens trifft man die Entscheidung doch zu gehen, denn man war nicht auf der Suche nach Birnen.
Aussserdem muss der Baum doch wissen, dass er keine Äpfel trägt, aber er sieht es nicht ein.
Man verlässt also den Garten und sieht dann, wie jemand anderes sich dem Garten nähert, den man mit so viel Liebe aufgepäppelt hatte. Plötzlich will man den Garten wieder haben. Nicht den Birnenbaum, aber den Garten, nur gibt es den Garten nicht ohne Baum, denn der Garten würde zerstört werden wenn man den Baum herrausreissen würde und eigendlich macht sich der Baum ja auch ganz gut dort.
Nur das man eben keine Birnen mag.
Und doch will man nicht, dass jemand anderes die Birnen erntet.
Man zieht trotzdem weiter und begibt sich wieder auf die Suche, ab und an dreht man sich um, und sieht den Garten mit dem Baum aus der Ferne. Um so weiter man sich entfernt, um so öfter fragt man sich: "War dort nicht doch ein Apfelbaum?"
Aus der Ferne sieht er eben so aus, weil er eben auch so aussehen will.
Wer möchte sich - auch wenn die Birnen noch so furchtig und lecker sind - mit denen zufrieden geben, wenn man doch Äpfel sucht.
Aus der Ferne kann jeder Baum wie ein Apfelbaum aussehen, aber nur wenn man weit genug weg ist. Die Früchte werden aber nie nach Äpfeln schmecken. Egal wie schön der Baum auch aus der Ferne aussehen mag.
Es war eine schöne Zeit, als ich den Garten bewirtschaftet habe, oft tat ich mir auch beim Unkraut zupfen weh, aber wenn man nun den Garten sieht, könnte man glatt die Schmerzen vergessen. Der Garten gab mir auch viel wieder, nur konnte er das Versprechen das mir der Baum gab nicht halten: Äpfel.
Ich bin stolz auf mein Werk und ich mag den Birnenbaum, er sieht toll aus, wie er da so steht, aber irgendwo da draussen gibt es bestimmt einen Garten, der einen Apfelbaum und nicht so viel Unkraut hat.
Sonnenaufgang 29.04.10
Liebe, Lilly, die Gesichte passt auch auf Dich. Du hast nun einen Apfelbaum gefunden, der jedoch nicht die Sorte trägt, die Du am liebsten magst. Aber es ist ein Apfelbaum!
Dein Ex, ist und bleibt ein Birnen- nein, sagen wir mal in dem Falle ein - Pflaumenbaum.
Halt Dich davon fern, denn Dir tun Pflaumen weh. Du bekommst ne Magenverstimmung und Bauchweh davon!
Sonnenaufgang 29.04.10
Ich wünsch Euch nen schönen Tag und... morgen ist schon Freitag