Dies ist mein ganz privates Leben. Mit Höhen und Tiefen, Liebe, Schmerz, Glück und Geduld.
Ich bin irgendwie ständig müde, wie blöd. Einschlafen kann ich zwar, aber ich träume immer noch so viel und bin dann ziemlich kaputt.
Vorallem, wenn ich gerade noch was schlimmes geträumt habe und den Traum dann mit in den Tag nehme, weil er kurz vor dem Aufwachen war. So wie heute.
Sohni ist total anhänglich und ich bin mir nicht sicher was los ist, oder obs einfach nur die normalen Hormonschwanckungen sind. So haben wir vorgestern einen kleinen Apfelbaum für unseren Patio
gekauft. Ein Mann soll doch einen Baum pflanzen, oder nicht?
T* ist krank: Halsschmerzen, Erkältung.
Ich bin davon überzeugt, dass es auch was mit seiner Phsyche zu tun hat. Seit Wochen ist er down und ich kann mir gut vorstellen, dass es was mit der Jobsituation zu tun hat. Ich kann ihn da verstehen, aber er sieht die vielen kleinen Dinge nicht, die er hat. Die vielen, vielen positiven Dinge:
Seinen Töchtern z.B. geht es beiden gut, auch seiner Familie. Mit den normalen Wehwehchen. Und nicht zu vergessen, hat er auch mich.
Ob es nur eine depresive Phase oder eine ausgewachsene Depression ist, kann ich nicht beurteilen. Aber er trinkt -wie gesagt - viel und nimmt ständig Medikamente. Ich muss das respektieren und ich sage da auch nicht mehr viel zu, denn er muss selbst wissen wie lange das noch gut geht und er es seinem Körper noch antun kann, aber es fällt mir sehr schwer da den Mund zu halten, da ich ja möchte, dass es ihm gut geht. Aber was kann ich ihm sagen, was er nicht selber weiss?!
Wenn er Sorgen hat, wie es mit uns weiter geht, wenn er woanders hin muss, dann soll ers sagen. Ich denke aber, dass ihm da die Grundeinstellung fehlt. Es ging für ihn immer noch ein "sie und ich" und nicht ein "wir". Auch wenn es mich nicht allein gibt, sondern immer nur im Zweier Pack mit Sohni, gibt es sicher Lösungen, die aber nur gemeinsam gefunden werden können. Und dazu braucht es wohl ein paar Wahrheiten.
Eine ist, dass er sich nicht mit Sohni verträgt. Sie zanken nicht, aber es ist was zu spüren wenn die Beiden aufeinander treffen. Sohnis Unsicherheit und Lust an einer Kompetenz mit einem Mann an dem er sich messen kann bringt ihn dazu, ständig zu versuchen T* zu imponieren oder zu übertrumpfen.
Ist für mich irgendwie logisch, denn wir wollen doch immer besser sein (vorallem als 14-jährige) als andere. Vorallem als die Erwachsenen. Es gibt in Sohnis Umfeld keinen Mann den er als solchen auch sieht. Jemanden an dem er seine eigenen Mannheit messen kann. Um ein Selbstbewustsein aufbauen zu können. Bin ich ein Mann? Wenn ja, bin ich schon so stark wie der Mann vor mir? Bin ich auch so schlau? Bin ich auch so clever? Seinen Vater sieht er wohl nicht als solchen an, denn als positives Beispiel bringt er immer T*.
Sohnis Worte und er meint sie ernst, denn er hat sie nicht zu mir gesagt: "Wenn T* so ein Handy hat, dann muss es toll sein. Mein Vater ist faul, sieh dir T* an wie lange er arbeitet und was er alles kann."
Es ist also schade, dass sie nicht auf einer Wellenlänge sind, da Sohni zu ihm aufsieht, als eine Art Beispiel wie er mal sein will. T* beschwichtigt mich immer wenn es um Sohni geht, er hat Verständniss für ihn usw. Eigentlich alles eine perfekte Basis um sich zu mögen, aber Sohni hat so viel Respekt vor ihm und Angst ihn zu enttäuschen, dass er sich nicht traut ihm nahe zu kommen.
Gestern zB wollte er wissen ob er seinen Aufsatz gut geschrieben hatte und da es um Elektrizität ging flüsterte er mir ins Ohr: "Glaubst Du T* findet ihn auch gut?" Ich sagte ihm, dass er ihn fragen sollte, aber das wollte er nicht: " Und was wenn mein Aufsatz nicht gut genug ist?" Also zeigte ich T* den Aufsatz und da er fast nichts korriert hat, war Sohni stolz wie Oskar.