Dies ist mein ganz privates Leben. Mit Höhen und Tiefen, Liebe, Schmerz, Glück und Geduld.
Als ich heute früh kam, sollte ich ihn zum Autodoc fahren, auf dem Rückweg war ich leicht angepieselt, da er sich gestern nicht gemeldet hatte und auch die Begrüssung am Morgen mehr als kühl war. Also sprach ich nicht viel, er kam ganz von allein aufs Thema. Er hätte den Sonntag nur Nachgedacht und wohl "Muffensausen" bekommen, da er nicht weiss, wie es nach der Uni mit seiner Tochter weiter geht. (Evt Doktorarbeit)
Gut, sowas kann ich gut verstehen, wir fühlen uns alle verantwortlich für unsere Kinder, egal wie alt sie sind. Ich sagte ihm, dass ich glauben würde, dass seine aktuelle Stimmung zwei Gründe hätte: Tabletten und Alkohol.
Ich sagte ihm auch, dass auch wenn er mir aus dem Weg gehen würde ich es auch so wissen würde was mit ihm los ist. Da fragte er mich: "Lösen sich meine Probleme, wenn ich damit aufhöre?"
Ich: "Nein, aber du verletzt andere nicht und bist klar, wenn du eine Entscheidung treffen musst. Das Ganze hilft dir auch nicht bei der Lösung deiner Probleme. Was ist so schlimmes in deinem Leben, dass du dich so betäuben musst?"
"Alles eben" war die Antwort.
Etwas später umarmte er mich und meinte, dass er mal wieder nicht wüsste wie ich all dies aushalten würde. ich sagte ihm, dass ich es hinnehmen muss, aber dass es nicht heissen würde, dass ich es für gut heisse oder nicht darunter leide.
Warum er denn nicht angerufen hätte oder zu mir gekommen war. "Ich war wohl ein Feigling, hatte Angst" meinte er. "Vor was denn?" "Dem nicht gewachsen zu sein!"
Ui, das fand ich heftig. Sowas kenne ich, wenn man ab und an die Courage verliert. Aber ich fand es so toll, dass ers gesagt hatte.
Ich sagte ihm, dass ers bis jetzt immer geschafft habe und ich glaube, dass er evt. Kompromisse schliessen müsse. Auch mal an sich denken, nicht immer NUR an seine Töchter. Das es bestimmt ein Mittelding gibt.
Ich musste dann los und sagte beim rausgehen: " Du musst dabei etwas bedenken: Dass ich auch da bin!"
Ich hoffe er hat es verstanden wie es gemeint war: Ich werde ihm helfen wo ich nur kann.
Brauchen tue ich nicht viel von ihm, nur Aufmerksamkeit und Zuwendung. Auch das scheint ihn oft zu überfordern. Schade!
Manchmal frag ich mich, warum wir solche Unterhaltungen wie heute, nicht am WE haben können.
Das hätte mir viel gegeben, statt allein da zu sitzen und zu grübeln: was er tut, mit wem, warum,.....