Dies ist mein ganz privates Leben. Mit Höhen und Tiefen, Liebe, Schmerz, Glück und Geduld.
Die erst Hälfte des Tages war super, der Rest einfach nur zum davon laufen.
Da ich heute Feiertag habe und Sohni nicht, brachte ich ihn wie immer zur Schule und schickte dann T* eine Email in der ich ihm sagte, dass ich daheim sein würde und wir doch was unternehmen könnten.
So waren wir gegen halb Elf unterwegs in meine Lieblingshotel um dort zum Mittag zu essen. Wir haben die Sonne genossen, dann kam ein Anruf, dass jemand verstorben sei, der mit unserer Firma zusammen arbeitet. Es hat mich getroffen, da ich ihn sehr mochte, obwohl ich nicht sagen kann, dass es sich um ein freundschaftlichen Verhältniss handelte - er war aber immer sehr, sehr nett.
Die Stimmung war somit dahin und auf dem Rückweg besprachen wir, wann wir heute Nachmittag zur Trauerfeier gehen. T* wollte, dass ich ihn begleite. Ich holte Sohni von der Schule, machte mich fertig und schon kam T* mich abholen.
Den Sohn des Verstobenen kenne ich, da er in die Fussstapfen seines Vater tritt und deren Kanzlei schon teilweise übernommen hatte, aber dann stellte T* mich der Frau vor:" Das ist meine Arbeitskollegin"
Na schönen Dank auch!
Ich hab nicht erwartet, dass er mich als seine Frau /Freundin vorstellt, aber das???!! Warum hat er nicht einfach meinen Namen gesagt? Der Sohn wusste das ich die Kollegin bin, hätte sie Fragen gehabt hätte er es ihr sagen können. Mich aber nicht mit meinem Namen sondern mit meiner Position vorzustellen, war unnötig und beweisst nur, welchen Stellenwert ich in seinem Leben habe.
Ich hab kondoliert und bin dann abgehauen. T* hinter mir her. Er war sich keiner Schuld bewusst und ich sagte ihm:
"Es hat sich garnichts geändert. Weisst Du? Du bist irgendwann weg und ich bleibe dann hier, obwohl jeder Arsch hier es weiss, bin ich weiterhin die Geliebte. Und, JA, mich interesiert es was die Leute reden."
Er war erstmal eine Weile sprachlos. Dann entschuldigte er sich und sagte, dass er mir nicht hat weh tun wollen.
Was reg ich mich überhaupt darüber auf? Hab ich wirklich was anderes erwartet? Er hat mich noch NIE jemandem als seine Partnerin/Frau vorgestellt. Er sagte mir mal, dass seine Familie es wüsste. So? Ich bin mal mit seiner Schwester essen gewesen, Liebesbekenntnisse oder was auch immer hatte es dabei nicht gegeben.
Er hat ihr nicht mal erzählt, dass wir über Oster zusammen weg waren. Ja, klar, man muss nicht alles erzählen, aber Himmel Herr Gott nochmal, er erzählt ihr auch, wenn er gestern Nacht nicht gut geschlafen hat.
Diese Heimlichkeiten gehen mir auf die Nerven. Wie gesagt, mein Geduldsfaden wird immer kürzer.
Macht einen auf: Wir ziehen gemeinsam nach Südamerika, ich will mein Leben mit dir teilen und ist nicht mal in der Lage mich vorzustellen. Wenn er nicht will das die Leute es wissen, dann soll er mich nicht mitnehmen.
Ja, jaaaaaaa, er hat die vielen kleinen grossen Dinge in der letzten Zeit getan... aber heute, hat er eben mal wieder ins Klo gegriffen.
Nein, ich bin nicht wütend auf ihn, sondern auf mich. Ich hab mal wieder etwas erwartet. Tja, falsch gedacht.
Ab jetzt sollte ich mich so verhalten, wie es Geliebte tun sollten: Mir von ihm alles kaufen lassen, nur mit ihm zusammen sein wenn ich Spass daran habe UND mich nicht mehr um seine Gefühle oder sonstiges scheren.
Aber so bin ich wohl nicht. Ich werde mich wohl entscheiden müssen, was mir wichtiger ist, die kleinen grossen Dinge - wie mir von seinen Problemen zu erzählen - oder, dass ich NIE seine Frau sein werde.