Dies ist mein ganz privates Leben. Mit Höhen und Tiefen, Liebe, Schmerz, Glück und Geduld.
Mein WE war , tja wie war es denn? Nachdenklich. Das ist wohl das Wort.
T* kam am Freitag Abend mit einer guten Nachricht zu mir.
Er möchte gerne seine Tochter während ihres Aufenthalts im Juni, für zwei Tage, in Paris besuchen und ich soll mit. Das ist schon mal eine gute Nachricht, obwohl ich ein extrem schlechtes Gewissen habe, da er sparen sollte, für seine Finca. Die wirklich gute Nachricht war aber, dass seine Tochter die Idee, dass ich auch komme, wohl sehr gut fand. Ich würde seine Tochter gerne sehen, ich mag sie, aber trotzdem hab ich versucht es ihm auszureden. Er soll lieber allein fahren, sie möchte doch ihn sehen und nicht mich, sie sollten die Zeit nutzen. Auf der anderen Seite, fliegt er ja auch zu ihr, im Juli und wird dann 3 Wochen bei ihr verbringen.
Trotz der guten Nachricht, war er emotional nicht gut drauf. Er freute sich zwar wie ein Schneekönig, aber es schlummerte da etwas unter der Oberfläche. Was es genau war konnte ich nicht herausfinden. Aber wir hatten eine lange Unterhaltung, in der er mir sagte, dass der Stress im Büro die letzten Monate ihn sehr fertig gemacht hatteund es ihm schwer fällt wieder auf Null zu kommen. Ich fragte ihn, was ich denn tun sollte und er sagte, ich hätte schon genug getan, ich wäre ein geduldiger Engel gewesen. Alles Andere, was er erzählt hat, möchte ich hier nicht schreiben, aber ich hab viel über ihn gelernt und fühlte wieder etwas mehr Nähe.
Aber seine Art der Bewältigung, kann ich nicht geut heissen.
Gestern hörte ich nichts von ihm, aber das ist auch relativ selten. Komischerweise fühlte ich gestern Abend, circa 23 Uhr, das Verlagen ihn anzurufen, aber tat es am Ende nicht, da ich dachte er würde schon schlafen.
Heute morgen erzählte er gleich als er rein kam, dass es gestern mal wieder Stress mit seiner Ex gegeben hat. Er zeigte mir sogar einige Emails, die sie seiner Tochter L* geschrieben hat. Furchtbare Situation! Wie kann eine Mutter sowas tun? Sowas verdient niemand, und schon garnicht die Beiden. Sie wollen einfach nur geliebt werden, wie wir alle und bekommen statt dessen emotionale Misshandlung. Aber ich möchte das nicht weiter ausführen, obwohl ich die Beiden am liebsten unter meinen Arm stecken würde um mit ihnen davon laufen, vor so einer Mutter.
Seine Tochter L* hat darauf sehr reif, ohne Groll oder Hass ihrer Mutter geantwortet und ich muss sagen, da kann T* stolz drauf sein, dass er sie so gut geführt hat, dass sie nun diese Stärke besitzt. Und sie ist sehr gereift in der letzten Zeit. Ich hoffe, dass ich meinen Sohn genauso aufs Leben vorbereiten kann.
Was mich aber wirklich baff gemacht hat, ist die Offenheit von T* mir gegenüber. Wie furchtbar diese Situation auch ist, er hat es diesmal nicht mit sich selber abgemacht, sich versteckt und nicht geredet, sondern mir ganz frei und offen erzählt was passiert ist. Es hat mir "gut getan", obwohl es weh tut mit anzusehen, wie jemandem weh getan wird, in diesem Fall allen Dreien. Aber endlich habe ich mich mal als Partnerin in seinem Leben gefühlt, mit der man auch mal Sorgen teilt. Klar, er hat schon vorher oft erzählt was da so passiert, aber noch nie in dem Moment wo es akut ist, es brennt, wenn er selbst verletzt ist und sich eigentlich verkriechen will.
Helfen kann ich nicht, dass ist mir klar, aber wenigstens weiss ich, was gerade in ihm passiert. Auch wenn es mir in der Seele weh tut ihn und die beiden Mädels leiden zu sehen.
Es tut so weh unsere Kinder leiden zu sehen. Um so schlimmer ist es wenn es direkt aus der Familie kommt. Wir wollen unsere Kinder beschützen, aber manchmal geht das nicht. Mir geht es oft so, dass ich meinem Sohn am liebsten den Mann zeigen würde den ich in seinem Vater sehe. Nicht den Betrug an mir, dass ist eine Sache zwischen Partner, sondern den Lügner den ich sehe, wenn er auch oft seinen Sohn anlügt. Ich muss es mir verkneifen. Mein Sohn wird hoffentlich seinen Vater mal so sehen wie er ist, und ihn so lieben wie er ist.
Ich finde aber, T* hat seine Töchter sehr gut aufs Leben vorbereitet und man sieht auch, dass sie immer besser mit den Misshandlungen ihrer Mutter umgehen können. Dazu gehört Stärke, Reife und einen Vater an den man sich lehnen und auf den man bauen kann und den haben die Beiden in T*.